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Zugegeben – der Titel mag verwirren. Doch es stimmt, die Ostsee ist ein von Festland umgebenes Mittel- oder (genauer) Binnenmeer. Damit haben die Gemeinsamkeiten der Ostsee mit anderen (Mittel-)Meeren wie zum Beispiel dem „echten“ europäischen Mittelmeer, dem Nordpolarmeer oder dem Roten Meer jedoch eigentlich auch schon ein Ende. Die „(tauch-)touristische Attraktivität“ natürlich einmal ausgenommen... In vielen ozeanographischen und biologischen Belangen nimmt die Ostsee eine besondere Stellung ein. So ist beispielsweise der Wasseraustausch mit der Nordsee sehr eingeschränkt, der Zustrom von Flusswasser jedoch ziemlich hoch. Unter dem Strich fließt daher mehr Wasser von der Ostsee in die Nordsee als umgekehrt. Das leichte Süßwasser aus den Flüssen legt sich wie ein Deckel auf das schwerere Nordseewasser in der Tiefe der Ostsee und eine ziemlich stabile Schichtung entsteht. Dieses Phänomen ist die Ursache der eingeschränkten vertikalen Durchmischung des Wassers und damit der schlechten Versorgung des Tiefenwassers mit Sauerstoff. Die „Verdünnung“ des salzigen Meerwassers mit Süßwasser aus Flüssen und Niederschlägen führt dazu, dass der Salzgehalt des Nordseewassers von ca. 33 in der zentralen Ostsee auf 5 – 8 sinkt. Weiter nach Osten nimmt der Salzgehalt noch deutlich mehr ab. Wasser das weder richtig salzig noch richtig süß ist, wird als Brackwasser bezeichnet. Die Ostsee ist also ein Brackwassermeer. Dazu kommt die Tatsache, dass die Ostsee sehr jung ist. Ihre geologische Entstehungsgeschichte begann als Schmelzwassersee am Ende der letzten Eiszeit. In seiner heutigen Form und mit den heutigen chemischen und physikalischen Bedingungen besteht das „Mare Balticum“ erst seit ungefähr 1500 Jahren.   Für die Biologie der Ostsee hat dies wichtige Konsequenzen. Durch das junge Alter der Ostsee hatte die Evolution noch nicht genug Zeit um speziell angepasste Ostsee-Arten „zu entwickeln“. Die Tiere und Pflanzen die wir beim Schnorcheln, Tauchen oder auch beim Strandspaziergang sehen, sind allesamt „Einwanderer“, die ursprünglich in den angrenzenden Meeresgebieten der Nordsee und des Atlantiks und den in die Ostsee einmündenden Flüssen zu Hause sind. Das Brackwasser und andere Faktoren (Sauerstoff, Temperatur) mach(t)en es der Fauna und Flora dabei nicht leicht in der Ostsee heimisch zu werden. Die Ostsee, das größte Brackwassermeer der Erde, ist ein schützenswerter Lebensraum voller spannender Geschichten über und unter Wasser. Taucher finden eine große Zahl interessanter Tauchplätze wie Steilwände, Lehmriffe, Seegraswiesen und eine Vielzahl von Schiffswracks. Dabei ist in den letzten Jahren ein Trend zum „biologischen“ Tauchen erkennbar, die Taucher beschäftigen sich mit dem Gesehenen und möchten noch mehr über den Lebensraum wissen. So gibt es am Lieblingstauchplatz plötzlich wieder viel Neues zu entdecken. Ähnlich geht es vielen (noch) Nichttauchern und besonders Kindern, die beim Baden und Schnorcheln einen ersten Kontakt zur Unterwasserwelt herstellen. Kurz gesagt: Ihr findet in der Ostsee eine Tier- und Pflanzenwelt die es in dieser Zusammensetzung nur hier gibt und großartige Möglichkeiten für kleine und große Forscher bietet. 
Wir wünschen Euch beim Forschen viel Spaß und, für die Taucher, immer gut Luft!
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